gut sein

gut sein


heute geisterte ein video durch facebook, angeblich eine thailändische werbung. es begleitet einen mann, der gutes tut, einfach so. und nichts davon hat, außer dank, freude, liebe.

ist das pathetisch? naiv? dumm? muss man sich schämen, wenn man jenseits der 20 immer noch glaubt, die welt könnte besser werden? belächeln lassen muss man sich mit dieser haltung definitiv, vor allem im beruflichen umfeld.

dazu fällt mir ein, was ich in der fb-chronik eines brasilianischen freundes kürzlich gelesen habe: “gut-sein ist kein synonym für blöd-sein, gut-sein ist eine tugend, die einige idioten nicht verstehen.” [die quelle ist dieselbe wie jene fürs beitragsbild.]

und, was anton hofreiter in einem moritz-von-uslar-zeit-interview kürzlich sagte: “[...] ist eine Vorstellung von Leuten, die glauben, dass Gutmenschentum etwas prinzipiell Schlechtes ist. Und die sich nicht bewusst machen, dass das Gegenteil vom Gutmenschen der Schlechtmensch ist.”

ist gut-sein pathetisch? ja! mein gott, was hat diese gesellschaft angst vor dem pathos! haha, der duden sogar schreibt: “bildungssprachlich, oft abwertend”.

naiv, dumm? schämen? belächelt werden? muss mir egal sein. gut-sein ist für mich eine lebensgrundlage. wie essen und trinken. ich glaube an das gute in anderen, und ich glaube, dass die welt sukkzessive besser wird, und ich glaube, dass ich mein scherflein dazu beitragen kann, und, ja, ich will, ich muss meinen beitrag leisten.

sollte dieses mein weltbild einst zusammenbrechen, dann werde es auch ich tun. bis dahin lasse ich mich belächeln, auslachen, für naiv, von mir aus auch für dumm halten.

ich kann sowieso nicht anders!

 

isch wollte, autriche könnte un petit peu sein wie frongreisch!

isch wollte, autriche könnte un petit peu sein wie frongreisch!


ich bin im zuge der recherchen für mein fibl-projekt schule des essens wieder einmal auf was höchst erfreuliches gestoßen!

“wie man zählen lernt, so lernt man auch essen.”, “lebensmittel und kochkenntnisse schätzen”, “erhalten und fördern des kulinarischen erbes”, “nachhaltige produktionsweise ermuntern”, “biologische landwirtschaft entwickeln”, “echte annäherung ans essen, nicht nur nährstoffbasiert”, “dem kosumenten die lust und die freude am essen zurückgeben”, das und noch vieles mehr steht in einem offiziellen (!) französischen dokument, dem nationalen ernährungsprogramm nämlich. das nicht das gesundheitsministerium herausgegeben hat, sondern jenes für landwirtschaft, ernährung, fischerei, ländliche gebiete und regionale entwicklung.

von “gesund” ist darin kaum die rede, es heißt stattdessen “gut” und “zugang zu einer qualitätsvollen ernährung für alle” und selbst “ausgewogen” kommt nur in kombination mit “plaisir” vor.

da muss ich mir schon wieder was wünschen: so einen zugang zum essen nämlich, und zwar bitte sowohl bottom-up als auch top-down!

[download des programme national pour l’alimentation hier. dem dokument ist auch das beitragsbild entnommen.]